04 |  Co-Regulation in der Führung

Shownotes

Du kommst angespannt in einen Raum, und Minuten später ist das ganze Team angespannt, ohne dass jemand ein Wort gesagt hat. Diese Folge handelt von Co-Regulation: davon, dass dein Zustand ansteckend ist, und wie du das verantwortlich nutzt.

In dieser Folge von „Nervensache Führung“ geht es um • Warum sich Zustände in einem Raum in Echtzeit übertragen • Co-Regulation: warum wir uns aneinander beruhigen, ein Leben lang • Warum gespielte Ruhe nicht funktioniert • Drei Atemzüge vor der Tür, mit und ohne Absicht

Dein Impuls für diese Woche Vor der nächsten Tür, hinter der Menschen auf dich warten: drei Atemzüge. Nicht schnell, nicht heimlich. Erst dann die Klinke.

Der Satz, der bleibt Bevor du ein Team regulierst, regulierst du dich.

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00:00:01: Es ist soweit, Anja hat ein Buch geschrieben.

00:00:03: Ab dem sechsten, zehnten, sechsundzwanzig ist das bei euch alle Infos in den Shownotes.

00:00:10: Bevor du einen Team regulierst ... Regulierst du dich?

00:00:15: Das Herz schlägt bis zum Hals.

00:00:17: Die Luft bleibt weg!

00:00:33: Dahinter steht das Server-Leadership-Modell.

00:00:37: Weniger Maske, mehr Führung.

00:00:43: Du kommst angespannt in einen Raum und Minuten später ist das ganze Team angespannt?

00:00:47: Ohne dass jemand ein Wort gesagt hat!

00:00:51: Also diese Folge hier handelt von einem der wichtigsten Momente und zwar der Korregulation davon, dass dein Zustand ansteckend ist und wie du das verantwortlich nutzt.

00:01:04: In dieser Folge heißt auch, dass wir klären warum wir uns eineinander beruhigen.

00:01:09: Und manchmal klappt das sogar ein Leben lang.

00:01:12: Warum gespielte Ruhe nicht funktioniert und warum manchmal drei Atemzüge vor der Tür mit oder ohne Absicht die Wirkungsvollsten sind.

00:01:28: Also stell dir vor du kommst zu spät in eine Besprechung.

00:01:32: Der Vormittag war so voll Und das letzte Gespräch ist noch eskaliert.

00:01:36: Kannst du dir vorstellen, mit jemandem?

00:01:39: zwei Abteilungsleiter streiten sich gerade um ein Projekt und um Verantwortlichkeiten?

00:01:45: Du bist der eine Projektleiter davon und du kommst rein und in dein Team hast du eine Besprechung angesetzt.

00:01:50: alle warten schon zehn Minuten und du gehst rein ohne ein einziges Wort.

00:01:55: Und du erzählst auch nicht was wirklich war!

00:01:57: Du setzt dich einfach hin und dann so jetzt fangen wir an.

00:02:02: tut mir leid ich hänge etwas Und innerhalb weniger Minuten musst du dir vorstellen, ist der ganze Tisch angespannt.

00:02:08: Wir merken es schon wenn wir es erzählen.

00:02:11: Plötzlich werden die Antworten kürzer.

00:02:13: Jemand wird ein bisschen spitz und anderer zieht sich zurück und schaut nur noch aufs Notbuch und dabei hat noch niemand etwas gesagt Über das was du eigentlich mitgebracht hast.

00:02:23: Sie konnten ja doch gar nicht wissen Aber sie haben's gespürt an deiner Haltung An deiner Stimme an deinem Blick Und sie haben es übernommen.

00:02:35: Stell dir die andere Version vor.

00:02:37: Genau, am gleichen Tag!

00:02:38: Du hast auch genau so einen vollen Vormittag hinter dir das selbe Gespräch eskaliert.

00:02:43: Es geht um Verantwortung Aber du bleibst zehn Sekunden vor der Tür stehen und du atmest Und du kommst reguliert rein.

00:02:54: Und derselbe Tisch Die selben Menschen Das selbe Thema Und es läuft völlig anders.

00:03:02: Nicht weil du etwas anderes gesagt hast Weil du in einem anderen Zustand angekommen bist Und das, das ist einer der meisten unterschätzten Sätze über Führung.

00:03:15: Dein Zustand ist ansteckend!

00:03:18: Ja wir denken immer es ist der Charakter Es ist deine Persönlichkeit Das ist deine Kompetenz.

00:03:22: Nein, es ist dein Zustand, dein Zustands ist anstreckend und das passiert in beide Richtungen.

00:03:28: Deine Anspannung breitet sich aus... ...und deine Ruhe genauso.

00:03:33: Du bist nie nur ein Mensch im Raum.

00:03:35: du bist ob du willst oder nicht das Klima Das Klima indem die anderen arbeiten.

00:03:41: Das bedeutet eine unbequeme Verantwortung.

00:03:44: Du kannst nicht sagen, ich bin halt heute schlecht drauf, das ist mein Privating!

00:03:49: Das geht keinem was an.

00:03:51: In dem Moment in dem du einen Raum betrittst und ihn anführst, ist dein Zustand kein Privating mehr.

00:03:59: Er wird zur Atmosphäre – und in dieser Atmosphere müssen andere Menschen ihr Bestes geben oder eben nicht.

00:04:08: Das kann sich nach einer Last anfühlen, nach noch mehr worauf du achten musst.

00:04:13: Aber es ist genau so eine enorme Kraft, denn wenn du der bist, der ansteckt dann kannst du auch bewusst andere Anstecken im positiven Sinne und geben was der Raum gerade braucht – nicht gespielt!

00:04:29: Denn das funktioniert nicht sondern wirklich echt.

00:04:34: Du kannst der ruhigste Punkt im System sein Und ein System richtet sich immer am ruhigsten Punkt aus wie ein aufgeregtes Kind sich an den ruhigen Erwachsenen beruhigt, aber nicht umgekehrt.

00:04:48: Das verändert deine Rolle in einer Krise.

00:04:51: Deine wichtigste Aufgabe ist dann oft nicht die klügste Lösung zu haben.

00:04:56: Es es der und der Mensch zu sein dessen Nervensystem nicht mit kippt.

00:05:02: Denn solange einer im Raum die Ruhe hält hat er ganze Raum einen Ort an dem man sich festhalten kann.

00:05:10: Und ja das is anstrengend.

00:05:12: Es ist wie viel leichter, sich im Raum mitreißen zu lassen als der Fixpunkt zu sein.

00:05:18: Aber es ist auch das wofür Führung eigentlich da is'.

00:05:24: Das Wissen

00:05:26: leiser.

00:05:28: Der Fachbegriff dafür was ich eben beschrieben hab' Ist Co-Regulation.

00:05:34: Nervensysteme regulieren sich nicht nur selbst sie regulieren aneinander.

00:05:40: Stellt euch den Trainer vor Den Fußballtrainer, den Tennistrainer.

00:05:46: Das ist keine isoterische Idee, das ist ganz einfach Entwicklungsbiologie.

00:05:51: Als Baby können wir uns überhaupt nicht selbst beruhigen!

00:05:55: Wir lernen es nur weil ein ruhiges größeres Nervensystem uns immer wieder mitberuhigt und wir verlernen dieses Aneinanderregulier nie – auch am Konferenztisch nicht, übrigens auch nicht mit fünfzig oder fünfundfünfzig.

00:06:11: Wenn dein System Sicherheit ausstrahlt sendet es Signale die die anderen Systeme nach oben ziehen, also beruhigen.

00:06:20: Und zwar wie auf einer Leiter ein ruhiger Atem eine tragende Stimme Ein Gesicht das nicht im Alarm ist ein Tempo das nicht hetzt.

00:06:32: Die Anderen spüren das und ihr eigenes System zieht den Schluss Wenn die so ruhig ist.

00:06:40: es ist vielleicht wirklich nicht so gefährlich Wie sich anfühlt.

00:06:44: umgekehrt gilt dasselbe Ein angespanntes System sendet Alarmsignale auch ohne ein Wort.

00:06:51: Und die anderen Systeme übernehmen den Alarm, ohne zu wissen warum sie plötzlich so nervös sind!

00:06:57: So entsteht die seltsame Erfahrung das eine Sitzung kippt und niemand sagen kann woran es lag.

00:07:05: Es lag oft an einem einzigen Zustand der sich durch den Raum gearbeitet hat.

00:07:10: Wir nennen das auch Ausstrahlungseffekte Und das ist der entscheidende Punkt, ist der einzige ehrliche Weg zu einem ruhigen Raum deiner eigene Ruhe.

00:07:20: Kein Trick, keine Technik – keine bessere Schauspielerei!

00:07:25: Denn Menschen spüren den Unterschied zwischen gespielter und echter Ruhe sofort.

00:07:31: Ihre Neurozeption lässt sich nicht täuschen.

00:07:34: Bevor du ein Team regulierst, regulierest du dich.

00:07:38: Das ist keine Reihenfolge die man beschleunigen kann.

00:07:42: Kleiner Exkurs,

00:07:44: Anja Privat.

00:07:46: Anja du hast mit Promis zu tun gehabt, mit Bundesliga, Spitzensportlern und was selber auch Profi-Sportlerin kann man so sagen beim Brutersport oder?

00:07:54: Ja also damals als ich groß geworden bin in der DDR gab es noch nicht so den klassischen Profi Sport aber ich war in einem Trainingzentrum und das ganz viele viele Jahre Und wurde sozusagen als Leistungskader geführt und kenne den Leistungssport aus mir selbst heraus mit vier, fünf Mal die Woche Training am Wochenende Wettkampf.

00:08:15: Und auch die ich sage jetzt mal angrenzende medizinische Versorgung, die wir da hatten.

00:08:19: Und mein erster Partner war Leistungspotler, Bundesligaspieler.

00:08:23: Ja, da habe ich aber alles kennengelernt von den großen Erfolgen.

00:08:28: Den Siegen, den Aufstiegen Und manchmal auch der Schmerz, wenn man nicht spielen durfte bei Niederlagen und natürlich auch die Bewertung in der Öffentlichkeit.

00:08:37: Was da alles mit dazugehört was man auch verarbeiten darf.

00:08:40: und

00:08:41: erste Frage dazu Die zweite folg geschwind aber erste frage dazu ist Was hast du aus dem Spitzensport gelernt?

00:08:49: Was dir heute im alltag immer noch hilft

00:08:53: Also was mir immer noch helft Ist dieses zielorientierte.

00:08:58: also ich weiß dass zu allem auch ein Training braucht, eine gute Vorbereitung und das klare Ziele wo will ich hin hilfreich sind bei dem was ich tue.

00:09:10: Und ich habe einfach auch ein Stückchen Resilienz dadurch trainieren können.

00:09:15: und Resilience bedeutet aus heutiger Sicht nicht unbedingt immer in der Spitze zu sein sondern zu erspüren wenn wir mal abfallen Wenn wir mal keine Lösung haben, wenn wir vielleicht auch mal eine Blockade haben da durchzugehen, Lösungen zu finden und wieder sich in einen ich will nicht immer sagen positiven aber einem guten realistischen Zustand zu bringen dass man seine Ziele wieder weiter erreicht.

00:09:38: Also Resilienz ist etwas was bedeutet Widerstandsfeger zu sein für die auch Alltag sorgen die Herausforderung die das Leben mit sich bringt Und das habe ich gut erlernen können einem Team Gedanken.

00:09:51: Ich war immer ja Teil eines Boots als Ruderin, ich war die Schlagfrau und da denke ich heute immer psychologisch gedacht, ich habe Führen gelernt nicht wenn mir jemand erklärt hat sondern durchs eigene Tun das heißt von mir aber abhängig welches Tempo welche Technik angewandt wurde

00:10:09: auch den Rhythmus richtig vorgegeben

00:10:12: und ich war gleichzeitig abhängiger davon ob alle mir folgen und hinten raus.

00:10:17: Die junge Frau, die an der vierten Stelle war, hatte am Fuß ein Lenkmechanismus.

00:10:25: Damit konnte man steuern, wohin das Boot geht und da gibt es auch im Buch eine spannende Geschichte dazu.

00:10:30: was uns passiert ist der Elke und mir bei der Spartagjade wo wir die Goldmedaille schon vor Augen hatten.

00:10:36: aber im Buch dazu mehr und was es in meinem Leben gemacht hat

00:10:39: Und es wird noch schlimmer mit den Neugierig machen?

00:10:41: Die zweite Frage zum Thema Spitzensport hört ihr dann In einer anderen Folge Anja Privat Ende.

00:10:54: Der Impuls ist so einfach, dass man ihn leicht unterschätzt.

00:10:58: Stellt euch vor anzuhalten vor der Tür drei Atemzöge!

00:11:03: Bevor du in den wichtigen Raum gehst bleibst du kurz stehen – wirklich stehen und atmen es dreimal bewusst mit betont langem Ausatmen langsamer als von dir selbst.

00:11:17: vielleicht zwei, drei Sekunden ein und fünf bis sieben Sekunden aus.

00:11:23: Kurz ein und viel, viel länger aus als ein.

00:11:29: Das ist keine Esoterik das es angewandte Physiologie!

00:11:33: Ein langes Ausatmen aktiviert den beruhigenen Ast deines Nervensystems – wir nennen ihn auch Nervus vagus – und sendet deinem eigenen System das Signal «Es ist sicher du darfst runterfahren».

00:11:46: Und genau diesem Signal im Körper triffst Du ein und trägst es in den Raum bevor das erste Wort gesprochen ist oder du das erste Wortsagst.

00:11:56: Du kommst in einem anderen regulierten Zustand an,

00:12:02: zurück zur Szene zum Fall!

00:12:05: Wenn du magst, mach die drei Atemzüge nicht nur für dich sondern mit einer Absicht und zwar der Absicht dein Team mit zu regulieren.

00:12:14: Denk in dem Moment kurz an das Team das gleich vor dir sitzt.

00:12:19: Welchen Zustand braucht dieser Raum und dieses Team heute von mir?

00:12:24: Überlegst dir vorher.

00:12:27: Manchmal brauchen sie Ruhe, manchmal ruhige Klarheit.

00:12:31: aber ich kann ja sagen selten brauchen Sie Tempo.

00:12:34: Du kannst deinen Zustand nicht befehlen Aber du kannst ihn innerlich ausrichten!

00:12:39: Du kannst dich fokussieren auf Dich und Deine Atmung mit dem Ziel in welchem Zustand möchte Ich dass mein Team zusammen arbeitet?

00:12:49: Drei Atemzüge, eine Absicht dann die Tür.

00:12:57: Der Ausblick?

00:12:59: Ja ein ganz spannendes Thema und zwar es geht um Trigger!

00:13:03: Vielleicht haben manche schon von Triggern gehört, die so passieren im Alltag und wir kommen plötzlich in Situationen und fühlen uns anders als vorher und uns ist vielleicht gar nicht klar was hat denn das jetzt hier bewirkt?

00:13:15: und diese Auslöser die nennen wir Triggers können alte Muster sein alte Erinnerungen, manchmal sogar Gerüche.

00:13:23: Die anderen Zustände in uns hervorrufen und das passiert übrigens auch beim Meeting.

00:13:26: oder schauen wir uns gleich an

00:13:31: Nervensache Führung weniger Maske mehr Führungen.

00:13:38: Und hier noch ein Literatur-Tipp.

00:13:39: jetzt das Buch von Anja bestellen ab dem sechsten Oktober sechsundzwanzig überall da wo es Bücher gibt.

00:13:45: Es heißt na klar genau wie dieser Podcast nervensacher Führungs.

00:13:49: alle Infos in den Shownotes.

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