02 | Dein Nervensystem führt mit

Shownotes

Zwei Menschen sagen denselben Satz. Einmal öffnet er den Raum, einmal lässt er ihn frieren. Warum? Weil wir nicht mit unseren Worten führen, sondern mit dem Zustand, aus dem heraus wir sie sprechen.

In dieser Folge • Warum Menschen deinen Zustand vor deinem Inhalt lesen • Die autonome Leiter: Sicherheit, Mobilisierung, Rückzug • Warum dein Zustand kein Charakter ist, sondern veränderlich • Die Ein-Wort-Übung vor dem nächsten wichtigen Raum

Dein Impuls für diese Woche Bevor du den nächsten wichtigen Raum betrittst, benenne für dich in einem einzigen Wort, in welchem Zustand du gerade bist. Nicht bewerten, nur benennen. Das Benennen allein verschiebt schon etwas.

Der Satz, der bleibt Du führst nicht mit dem, was du sagst. Du führst mit dem Zustand, in dem du es sagst.

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00:00:01: Es ist soweit, Anja hat ein Buch geschrieben.

00:00:03: Ab dem sechsten, zehnten, sechsundzwanzig ist das bei euch alle Infos in den Show-Notes.

00:00:10: Du führst nicht mit dem was du sagst... ...du führts'n mit dem Zustand, indem du es sagst.

00:00:20: Schlägt bis zum halb Schwitzige Hände!

00:00:22: Die Luft bleibt weg.

00:00:23: Das muss nicht sein!

00:00:25: Nervensacher Führung Von und Mit Dr.

00:00:28: Anja Ozik Scharf Wirtschaftspsychologin Approbierte Psychotherapeutin und Kino-Speakerin.

00:00:38: In

00:00:47: dieser Folge hörst du, warum Menschen deinen Zustand vor deinem Inhalt lesen.

00:00:53: Die autonome Leiter Sicherheit Mobilisierung Rückzug und Warum Dein Zustand kein Charakter ist sondern veränderlich.

00:01:02: Und es gibt auch eine Einwortübung Vor dem nächsten wichtigen Raum.

00:01:12: Zwei Menschen sagen denselben Satz.

00:01:15: Einmal öffnet er den Raum und einmal lässt der ihn frieren, warum ist das so?

00:01:21: Auch das habe ich mich oft gefragt Und auch ich erinnere mich an zwei Geschäftsführer beide im gleichen Raum.

00:01:28: Bei beiden ging es ums gleiche Thema und bei dem einen haben sie zugehört Waren sie präsent waren in Kontakt und beim anderen merkst du wie die der Blick wegging wie die Beziehung oder hinfloss und wie sie ihm nicht folgten.

00:01:46: Und ich habe das zusammengefasst, gerade diese wichtigen Aspekte weil ich gelernt hab dass man sie trainieren kann in einem Surin Leadership Modell und viele sind ja skeptisch und denken das Nervensystem kann man nicht trainieren.

00:02:00: und wenn man sich die Dinge aber bewusst macht dann ist da doch ganz schön viel Möglichkeiten.

00:02:05: oder hat man viele Möglichkeiten?

00:02:06: und man sieht es ja auch an diesem Beispiel Der eine kann das sozusagen sehr gut, manche auch die es nicht mal selbst bewusst gelernt haben aber eben anders trainiert, anders groß geworden sind und eine andere Selbstwirksamkeit in sich haben.

00:02:22: Die Resonanz

00:02:24: Ja und das Spannende ist Es lag nicht daran dass der eine sympathischer ist oder besser formuliert?

00:02:31: Der Satz war ja identisch!

00:02:34: Es lag an etwas das vor dem Satz da war Und unter ihm mitschwangen.

00:02:39: Was war der Unterschied?

00:02:40: Nicht die Worte, der Zustand aus dem herausgesprochen wurde.

00:02:46: Weißt du wir glauben?

00:02:47: Wir führen mit dem was wir sagen – Mit Argumenten, mit Klarheit, mit den richtigen Formulierungen und das stimmt auch zu einem kleinen Teil.

00:02:58: Der viel größere Teil ist etwas dass vor den Worten kommt Und die Werte trägt oder ebent nicht.

00:03:06: Menschen spüren deinen Zustand bevor sie dein Inhalt verstehen.

00:03:11: Sie lesen deinen Körper, deine Stimme Dein Tempo Die feine Spannung in deinem Gesicht Und ihr eigenes Nervensystem stellt sich darauf ein.

00:03:22: In Sekunden Bruchteilen ohne dass irgendjemand es merkt.

00:03:26: Kommst Du angespannt?

00:03:28: In den einen Raum wie beispielsweise der eine Geschäftsführer.

00:03:32: Dann überträgt sich seine Spannungen ob du willst oder nicht Auf dich.

00:03:37: Kommst du reguliert?

00:03:40: Entspannt gelassen Aber klar überträgt sich auch das.

00:03:45: Übrigens Klarheit und Entspannung schließen sich nicht aus, die bedingen sich sogar.

00:03:52: Ja manchmal ist es unbequem und gleich befreien zugleich.

00:03:55: Unbequeme weil du dich hinter deinen Worten ja nicht verstecken kannst.

00:03:59: wir haben jetzt zu dem Thema Maske gesprochen.

00:04:01: Du kannst den perfekten Satz sagen Und wenn dein Zustand aber etwas anderes erzählt glauben die Menschen dem Zustand und nicht dem Satz.

00:04:10: der Körper Lügt schlechter als der Mund.

00:04:14: Befreiend ist es, weil es dir zeigt wo der Hebe wirklich liegt nicht in der nächsten cleveren Formulierung In der du dich abarbeitest Sondern in deinem Zustand An dem du tatsächlich etwas ändern kannst.

00:04:29: Das ist eine enorme Entlastung.

00:04:31: Du musst nicht perfekt reden Du musst reguliert ankommen.

00:04:36: Und noch etwas macht dieser Einsicht so wertvoll Sie nimmt ihr die Idee dass du einfach so bist, wie du bist und daran nicht zu machen ist.

00:04:46: Denn dein Zustand ist nicht dein Wesen!

00:04:49: Es ist veränderlich.

00:04:50: Zustand isst veränderlig.

00:04:53: Genau darum geht es jetzt.

00:05:02: Das Wissen ist manchmal leiser.

00:05:04: Ein Modell das mir dabei sehr hilft stammt aus der Polyvagaltheorie von Stephen Porges.

00:05:11: Ich sage bewusst Modell Denn manches daran ist in der Neuro-Wissenschaft noch in Diskussion.

00:05:17: Und ich möchte nichts als bewiesen verkaufen oder erzählen, was ein hilfreiches Bild ist – aber als Landkarte für den Alltag ist dieses Bild das erzeichnet Gold wert!

00:05:30: Stell dir drei Zustände vor, stufen wie in einer Leiter die du im Laufe eines Tages ständig hoch und runter gehst.

00:05:38: Und so passiert es ja auch im Alltag in verschiedenen Situationen.

00:05:41: Wir sind ständig in Bewegung auf dieser Leiter, ganz oben ist beispielsweise die Sicherheit.

00:05:49: Dein System sagt hier ist es gut!

00:05:51: Hier kann ich offen sein, hier kann ich zuhören Ich kann verbinden mich zu den Kollegen oder die Kollegen zu mir oder untereinander.

00:06:01: In diesem Zustand fühlst du am besten.

00:06:03: Du bist zugänglich und klar zugleich Klar in der Sache und warm im Ton.

00:06:10: Ideen fallen dir leichter, du hörst wirklich zu.

00:06:12: Du hast sogar Humor kannst über dich lachen.

00:06:15: Das ist keine Schwäche das ist deine Bestform.

00:06:19: Eine Stufe tiefer?

00:06:21: Wir nennen das Mobilisierung.

00:06:23: Der alte Kampf oder Fluchtmodus greift.

00:06:26: Dein System sagt hier ist Gefahr.

00:06:28: ich muss handeln sofort.

00:06:31: Puls hoch Fokus merkt ihr Wert oft eng, alles aufs Jetzt.

00:06:37: Das hat auch irgendwas Bedrohliches.

00:06:38: sich muss jetzt reagieren.

00:06:40: das ist manchmal genau richtig.

00:06:43: in einer echten Krise.

00:06:44: willst du dieses System haben?

00:06:45: Du musst ja manchmal auch kämpfen und dich durchsetzen und fokussieren.

00:06:50: aber wenn du dein Alltag von hier aus fürst wird aus Klarheit Druck Aus Tempo hektik Und aus Fokus wird ein Tunnelblick.

00:07:00: stell dir vor jeden tag im Kampfmodus Jeden Tag Puls, Blutdruck höher als gewünscht.

00:07:07: Was das dauerhaft macht und all das überträgt sich wie wir wissen auf den ganzen Raum Auf dein Team, auf deine Familie Und manche von uns darunter können sozusagen nicht mehr zwischen diesen Zuständen wechseln.

00:07:22: Sie sind sozusagen dauerhaft im Kampfmodus oder auch im Fluchtmodus.

00:07:27: Das ist ja auch eine Bewegung immer weg aus der Situation.

00:07:32: Noch eine Stufe tiefer ist der Rückzug.

00:07:35: Das System sagt, es ist zu viel ich mache dicht!

00:07:40: Es wirkt von außen manchmal wie erstarrt und das kann auch mal passieren.

00:07:44: die Frage ist nur kommen wir da raus?

00:07:47: Von Außen wirkt das wie Distanz, Kälte Gleichgültigkeit.

00:07:53: Innen ist es das Gegenteil.

00:07:54: es ist Überforderung Die sich abschaltet.

00:07:57: unser Körper schaltet sich ab weil wir überleben wollen.

00:08:01: In diesem Zustand ist niemand mehr wirklich ansprechbar.

00:08:05: Auch du selbst nicht!

00:08:07: Das ist der Zustand, aus dem heraus Menschen präsent wirken und trotzdem gar nicht da sind.

00:08:13: Und wie fühlen das auch?

00:08:14: Weil wir nicht mit ihnen gehen – wir glauben nicht, wir vertrauen nicht, Wir schwingen nicht mit.

00:08:20: Und das Wichtigste an dieser Leiter ist ein einziger Gedanke.

00:08:24: Und er verändert alles.

00:08:26: Das ist kein Charakter.

00:08:30: Das isst einen Zustand und Zustände wechseln.

00:08:34: Du bist nicht ein ungeduldiger Mensch, du warst in einem mobilisierten Zustand.

00:08:39: Du ist nicht ein kalter Mensch!

00:08:42: Du warst im Rückzug.

00:08:44: Das eine steht fest und macht dich klein Und das andere lässt sich verändern und gibt dir deine eigene Handlungsfähigkeit zurück.

00:08:53: Wir sprechen auch von Selbstwirksamkeit.

00:08:56: Wenn wir wissen dass wir auf dieser Leiter hoch- und runter gehen können Dann können wir sozusagen etwas regulieren.

00:09:02: Wir können es selber steuern und wir erleben sie auch jeden Tag, nur wenn es uns nicht bewusst ist, können wir auch nicht souverän damit umgehen.

00:09:12: Wenn wir tun als wenn wir müssen verschiedene Zustände verdecken hinter einer Maske und funktional sein dann sind wir nicht mehr schwingungsfähig und dann schwingen die anderen nicht mit uns mit.

00:09:23: Und genauso ist es wichtig das in uns zu entdecken um es bei unseren Mitarbeitern zu erkennen auch Familienmitglieder und Partnerinnen.

00:09:33: Und selber sozusagen Impulse geben, was der andere daraus macht das liegt nicht mehr in unserer Hand.

00:09:39: aber im beruflichen Kontext ist jeder Verantwortung für sich und auch in der Arbeitsrolle die er ausführt.

00:09:49: Aus meiner Perspektive heraus bekommen wir nicht nur Geld zum Funktionieren, sondern zum Leben.

00:09:53: Zum Einbringen zur Verantwortungsübernahme, zum Perspektivwechsel und zum gemeinsamen Wirksamsein.

00:10:01: Und dazu gehört auch ein großer Teil Selbstreflektionen.

00:10:04: Auch der Emotionen weil wenn wir miteinander uns austauschen informieren, uns auch mitteilen dann kann was Gemeinsames wachsen und das sind meistens unwahrscheinlich tragene, kreative im anderen Wort gewinnbringende Projekte die wir gemeinsam gestalten.

00:10:22: Und zur Vertiefung wenn du das eine Weile gemacht hast nämlich dieses hoch und runter und dein Zustand oft mobilisiert ist das heißt du bist oft in Sympathikus dann füge nach dem benennen und bei dem erkennen drei Atemzöger an mit betont langsam ausatmen.

00:10:42: Das ist der schnellste körperliche Weg eine Stufe nach oben zu kommen.

00:10:47: Erst benennen, dann atmen und eintreten.

00:10:52: Präziser sogar erst erfüllen und erkennen, wahrnehmen und dann verändern.

00:10:59: Eine Übung die man ganz schnell machen kann egal wo man sitzt ob vom Arztbesuch im Meeting vor einem wichtigen Gespräch ist die Kasten-Übung.

00:11:10: Man kann sich so ein Schuhkarton vorstellen der hat vier verschiedene Seiten Und man atmet und atmet dabei vier Sekunden ein, sozusagen eine Kante.

00:11:22: Dann hält man das vier Sekunde und atmit vier Sekunden wieder aus... ...und hält die Vier Sekunden wieder.

00:11:32: Also Vier sekunden einatmen, Viersekunden halten und Viersekunden ausatmen und halten Vier sekunden.

00:11:58: Das ganze den Kasten das fünfmal werden wir beruhigter, die Stimme wird ruhiger, langsamer und wir sind wieder viel bewusster und präsenter.

00:12:09: Und selbst im Meeting wenn alle anderen sprechen und es hoch hergeht hilft die Kastenatmung und man wird wieder inspirierende Gedanken bekommen weil einfach Sauerstoff...viel Sauerstoffs durch unseren Körper kommt und das aktiviert auch unser Energie im Gehirn.

00:12:26: uns werden wieder Inspirationen kommen andere Impulse und vielleicht können wir sozusagen ganz anders durch eine geschickte Frage-Technik die Diskussion in einer ganz anderen Richtung

00:12:36: lenken.

00:12:38: Deshalb in der Ruhe liegt die Kraft!

00:13:04: wendet sich dann kurz ab und schaut ihr Kind für eine Minute mit

00:13:08: komplett

00:13:09: ausdrucksloser Mine an.

00:13:11: Das Baby gerät sofort in erheblichen Stress nur wegen dieses einen ausbleibenden Gesichtsausdrux!

00:13:19: Wir lernen Selbstregulation also nicht von Geburt an, sondern durch tausendfache Wiederholung

00:13:25: im Kontakt

00:13:25: mit anderen.

00:13:31: zusammengefasst und frei übersetzt aus dem Englischen von

00:13:45: uns.

00:13:47: und benenst innerlich in einem winzigen kleinen Wort, wo du gerade auf der Leiter bist.

00:14:10: Bist Du sicher?

00:14:11: Bist du mobilisiert oder zurückgezogen?

00:14:15: mehr nicht?

00:14:16: Mach es dir einfach bewusst!

00:14:18: Aber haltet diesen kleinen Moment ich weiß wir sind verführt wieder rein zu gehen in den Raum und sagen Hallo hier sind wir mal kurz anhalten Wo stehe ich?

00:14:27: Sicher?

00:14:29: Mobilisiert?

00:14:31: Oder sogar zurückgezogen Und dabei kein Umschalten erzwingen.

00:14:37: Noch keine Technik, kein Optimieren – nur benennen!

00:14:41: Denn allein das Benennen holt dich ein kleines Stück wieder nach oben.

00:14:47: Der Teil von dir der beobachtet ist immer schon etwas ruhiger als der Teil der reagiert.

00:14:53: Du hast also viel geschafft.

00:14:56: Neuro-Wissenschaftler nennen das manchmal Name it to tame it.

00:15:01: Benennen beruhigt

00:15:05: Zurück zur Szene zum Fall.

00:15:30: Ich glaube, diese Achtsamkeit zu haben auch psychologische Sicherheit zu gewinnen und das psychologisch schon in so kleinen Momenten trainiert werden kann.

00:15:45: Das sozusagen ist eine nervensystemische Tatsache mit der psychologischen Sicherheit.

00:15:50: Nämlich dass die zuerst da sein darf.

00:15:52: beschäftigen wir uns in der nächsten Folge

00:15:58: Nervensache Führung weniger Maske mehr Führungen.

00:16:04: Und hier noch ein Literatur Tipp Jetzt das Buch von Anja bestellen, ab dem sechsten Oktober sechsundzwanzig überall da wo es Bücher gibt.

00:16:11: Es heißt na klar genau wie dieser Podcast Nervensacherführung.

00:16:15: alle Infos in den Shownotes.

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