10 | Umgang mit Fehlern: Wachsen an dem, was schiefging

Shownotes

Es gibt einen Fehler, der dir bis heute nachhängt, und du hast aus ihm mehr gelernt als aus fast allem, was glattging. Diese Folge handelt von der persönlichen Lebensprofessur: davon, wie aus Fehlern und Feedback Fachgebiet wird.

In dieser Folge • Warum uns das Wichtigste fast immer das gelehrt hat, was schiefging • Die persönliche Lebensprofessur: erlittenes statt angelesenes Wissen • Warum Kritik dein Nervensystem trifft und Abwehr Lernen ausschließt • Die Ein-Prozent-Frage nach dem nächsten Feedback

Dein Impuls für diese Woche Nach dem nächsten Feedback, das dich ärgert: Frag dich nicht, ob es stimmt. Frag dich, welches eine Prozent daran stimmt. Nur dieses Prozent nimmst du mit.

Der Satz, der bleibt Deine Fehler sind nicht dein Gegenteil. Sie sind dein Fachgebiet.

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00:00:00: Deine Fehler sind nicht dein Gegenteil.

00:00:03: Sie sind ein Fachgebiet.

00:00:06: Fehler laden uns ein zum Wachsen, zum Feedback geben und wir wollen uns in dieser Folge beschäftigen damit was das wichtigste ist und was wir daraus lernen wenn etwas schief geht.

00:00:19: ich möchte euch was erzählen über meine vielleicht auch eure persönliche Lebensprofessur erlittenes statt angelesenes wissen Und warum es so wertvoll ist?

00:00:31: Warum Kritik dein Nervensystem trifft und Abwehr lernen ausschließt.

00:00:37: Ich kann euch sagen, es gibt eine ein Prozent Frage nach dem nächsten Feedback.

00:00:42: Das Herz schlägt bis zum halben schwitzigen Händen die Luft weit weg!

00:01:09: Es gibt einen Fehler, der vielleicht bei dir bis heute nachhängt.

00:01:14: Du weißt sofort welchen ich meine!

00:01:17: Er ist dir schon beim ersten Satz eingefallen.

00:01:21: Vielleicht eine Entscheidung die falsch war und die du nicht mehr rückgängig machen konntest.

00:01:27: Ein Gespräch dass du anders hättest führen sollen.

00:01:31: Ein Mensch, den Du verloren hast, weil du in dem entscheidenden Moment nicht der oder die warst, der du hättess sein wollen.

00:01:41: und wenn du ganz ehrlich bist, hast du aus diesem einen Fehler mehr gelernt als aus den meisten Dingen, die glatt gingen.

00:01:50: er hat dich geformt gründlicher als jeder Erfolg.

00:01:55: nur erzählt man das ungern.

00:01:58: Ja, über die Erfolge redet man gern und ausführlich.

00:02:02: Über die eigenen Lehrjahre – Die Wegetan haben schweigt man lieber.

00:02:08: Dabei ist genau da ein Schatz In dem worüber wir schweigen.

00:02:13: Da ist das meiste von dem entstanden was Dich heute ausmacht Und dass es wunderbar!

00:02:23: Die Resonanz.

00:02:24: Wir tun so als wäre Entwicklung eine gerade saubere Linie nach oben Von Erfolg zu Erfolg immer besser, immer weiter.

00:02:33: In Wahrheit ist das Wichtigste was uns wirklich geformt hat fast immer aus dem entstanden was schief ging Aus dem Scheitern, aus dem Feedback Das im ersten Moment so wehtat Aus dem Augenblick in dem wir gemerkt haben still und ernüchternd.

00:02:53: So nicht!

00:02:54: So will ich es nicht noch einmal machen.

00:02:59: Ich Ich nenne das für mich die persönliche Lebensprofessor.

00:03:03: Jeder von uns hat ein Fachgebiet, in dem das Leben ihn ausgebildet hat – gründlicher und teurer als jede Universität je könnte!

00:03:13: Und dieses ganz eigene Fachgebied handelt fast immer von den eigenen Fehlern nicht als Wunde, die man versteckt und für sich behält sondern als ein Wissen, dass man niemanden abnehmen kann weil man es sich nicht angelesen, sondern erlitten hat.

00:03:33: Das ist die teuerste und gleichzeitig die verlässlichste Art zu lernen!

00:03:39: Wer das begreift hört auf seine Fehler nur zu bereuen und fängt an sie zu befragen.

00:03:48: Die Frage verschiebt sich Nicht mehr wie schlimm war das Wie peinlich wie unverzeihlich?

00:03:54: Sondern was hat mich das gelehrt?

00:03:58: dass ich sonst nie gelernt hätte.

00:04:02: Was weiß ich jetzt über Menschen, über Führung?

00:04:06: Über mich!

00:04:08: Dass sich ohne diesen Fehler nie gewusst hätte.

00:04:12: Der Fehler bleibt ein Fehler aber er wird vom Ende einer Geschichte zum Anfang einer Fähigkeit und das verändert auch wie du mit den Fehlern anderer umgehst – mit denen deines Teams.

00:04:29: Wenn du deine eigenen Fehler als Fachgebiet begreifst, kannst du auch den Fehler eines Mitarbeiters als das sehen was er sein könnte.

00:04:40: Der beginnt seine eigenen Lebensprofessur wenn du ihn nicht mit Scham zudeckst sondern befragbar machst und diese Fragen nimmst die du dir selbst stellst bei Fehlern einfach deinen Mitarbeitern stellst.

00:04:59: Warum ist die Scham so ein starkes Gefühl?

00:05:01: Scham ist ja oft mit Angst kombiniert.

00:05:05: Wir werden ja oft erzogen auch zu Funktionalität, zudem richtig machen und nicht unbedingt immer zum differenzierten reflektieren.

00:05:16: also schämen wir uns für Fehler.

00:05:23: Wahrnehm würden das auch Schwächen dazugehören im Leben.

00:05:26: Das heißt nicht, dass man sich daran arbeiten kann und sich verbessern kann aber dass du eine Selbstverständlichkeit bekommst.

00:05:33: Dass es kein Menschen gibt auf dieser Welt der in allen Dingen perfekt ist sondern dass jeder Mensch stärken hat Dinge die er mittelmäßig kann und auch schwächen.

00:05:43: Wenn wir das den Kindern vermitteln, dass wir uns weiterentwickeln können, dass Leistung was Gutes ist, Reflektion genauso ein gutes Miteinander dann brauchen wir weniger Scham.

00:05:53: Aber solange das so nicht ist, verdecken wir nehmen die Scham auch als Mantel und auf der Maske steht manchmal Scham.

00:06:01: Als Augenbraue!

00:06:04: Das Wissen leiser

00:06:08: Feedback, dass weh tut trifft nicht nur dein Ego – das wäre halb so schlimm Es trifft viel schlimmer dein Nervensystem.

00:06:18: Kritik wird von deinem System oft als soziale Bedrohung gelesen und zwar fast so körperlich wie eine physische Gefahr.

00:06:27: Denn für unsere Vorhaben war Ausschluss aus der Gruppe tatsächlich lebensgefährlich.

00:06:34: Deshalb gehen wir bei Kritik reflexhaft in Abwehr.

00:06:39: Wir verstehen auch nicht, dass Kritik oft Positives und Entwicklungsfelder beinhalten.

00:06:46: Oft hören wir auch nur das Kränkende, das Verletzende.

00:06:51: Manchmal senden wir auch noch das Aus.

00:06:53: Wir rechtfertigen uns, wir relativieren.

00:06:57: Wir suchen sofort das Gegenargument!

00:07:00: Wir schieben es weg – nicht weil wir schwach sind oder uneinsichtig, weil wir uns schützen ganz automatisch.

00:07:08: Und hier?

00:07:09: Hier liegt das eigentliche Problem.

00:07:11: so lange du im Schutzmodus bist kannst du nicht lernen.

00:07:16: Der Teil von dir der aus Feedback etwas machen könnte, der zuhört abwägt sich weiterentwickelt, ist genau derselbe kluge Teil.

00:07:28: Der Unterbedrohung leiser wird!

00:07:31: Wir kennen ihn aus jeder Folge.

00:07:34: Abwehr und Lernen schließen sich körperlich aus – man kann nicht gleichzeitig die Tür verrammeln und jemand hineinlassen.

00:07:42: Deshalb ist die eigentliche Fähigkeit hier nicht kein Feedback zu brauchen … Und auch nicht jedes Feedback sofort dankend anzunehmen….

00:07:51: das wäre unehrlich.

00:07:53: Die Fähigkeit ist, im Moment der Kritik lange genug reguliert zu bleiben.

00:08:00: Dass du zuhören kannst statt dich nur zu verteidigen.

00:08:04: Nicht die Abwehr verhindern – das gelingt kaum!

00:08:08: Sondern sie zu bemerken, kurz atmen und die Tür einen Spalt offen lassen.

00:08:15: Wachsen beginnt nicht mit dem Feedback.

00:08:18: Es beginnt mit der Sekunde danach in der Du wählst ob Du Dich schützt oder ob du hin hörst.

00:08:25: Du hast die Wahl!

00:08:28: Der Impuls.

00:08:29: der Impuls ist eine Frage, die du dir nach dem nächsten unangenehmen Feedback stellst aber und das ist wichtig erst wenn die erste Welle vorbei ist nicht mittendrin.

00:08:44: Mittendrin bist du im Schutzmodus.

00:08:47: da hat keine kluge Frage eine Chance.

00:08:50: also erst atmen den ersten Impuls verteidigen, zu wollen vorbeigehen lassen und dann später am Tag vielleicht die Frage was wäre wenn nur ein Prozent davon stimmt?

00:09:05: Und das reicht meistens schon.

00:09:08: Nicht alles!

00:09:09: Nicht die Hälfte!

00:09:10: Nur ein Prozent!

00:09:13: Diese Frage ist mit Absicht so klein denn so umgeht sie deine Abwehr.

00:09:18: Ein Prozent ist so wenig dass dein System es durchlässt ohne sofort dich zu machen.

00:09:24: Und fast immer, wirklich fast immer findest du in diesem einen Prozent einen wahren Kern etwas das trotz allem stimmt den nimmst du dir Den Rest.

00:09:39: Das manchmal ungerechter, dass manchmal überzogener auch manchmal eine schlechte Verpackung das darfst du in Ruhe gehen lassen.

00:09:48: Du hast auch da die Wahl

00:09:50: Kleiner Exkurs Anja, du hast jetzt die Wahl.

00:09:58: Ich gebe dir zwei Themen zur Auswahl – du kannst dich entscheiden!

00:10:01: Das eine sind die zwischenmenschlichen Beziehungen, die mich sehr interessieren also wie konstruktiv auf die Zukunft blicken wenn man schon schwere Wochen oder Monate hinter sich hat in der Führungsetage, in Freundschaften und in partnerschaftlichem Beziehung.

00:10:16: Oder du erzählst mir von einer deiner größten Begegnungen mit einem Menschen, der auch dein Buch sehr geprägt hat?

00:10:24: Mal, Tor A oder Tor B?

00:10:27: Vielleicht hat ja Tor B was mit Tor A zu tun.

00:10:30: Oh ja dann bitte los raus damit!

00:10:32: Ja weil es ist ja auch begeht ja auch im Beziehung und auch Bindung und sich verbinden über Mitgefühl.

00:10:40: Und ich war beim Fauen das Summit in Wiesbaden im April diesen Jahres,

00:10:44: ja

00:10:45: genau, hat da auch ein Auftritt und war aber erst nachmittags dran und vorher war ich sozusagen Zuhörerin und da war Wolfgang Grupp.

00:10:54: Er saß auf der Bühne, er wurde interviewt und er erzählte von seinem Ich glaube mit einer der herausforderndsten Momente wenn nicht sogar der dass es für ihn nicht mehr weiter ging und er an sich sein Leben beenden wollte.

00:11:07: Und erzählte das so authentisch, ohne Maske!

00:11:11: So echt, dass ich da saß und mir die Tränen an der Seite runter liefen.

00:11:16: Ich fand es so mutig und habe gedacht, es kann doch nicht sein, dass ein Mensch, der so unterstützend, so wertschätzend mit seinen Mitarbeitern auch seine ganze Lebensenergie, man spürte das in seinen Unternehmen.

00:11:31: Natürlich kann man sozusagen über wie geht er dominieren vielleicht oben unterstimmt und geschleitet und so.

00:11:37: aber es hatte immer wieder ein Ziel seine Mitarbeitern seinem Unternehmen Stabilität und Sicherheit zu erzeugen und dass einen Mensch der innerlich so eine Vision gelebt hat nicht nur Worte sondern seine Worte waren Taten so allein sich für niemand hatte

00:11:54: Niemand hatte der ihm Stabilität und Sicherheit gegeben, und sich selber das auch nicht geben konnte.

00:11:58: Ja richtig!

00:11:59: Und vielleicht waren es auch Menschen da die das wollten?

00:12:02: Das glaube ich.

00:12:03: dass seine Frau da war Kinder, aber er ist gar nicht gesehen hat für sich dass er das braucht.

00:12:09: Dass das Bewusstsein gar nicht da war, dass man auch mal sich anlehnen kann und dass man mal Unterstützung annehmen kann.

00:12:16: Und dass es vielleicht in so eine Welt von Business- und Wirtschaft und so, da gehört sich keine Psychologin hin und deshalb ist ja der Untertitel auch warum psychologische Tiefe wichtig ist für die Wirksamkeit dieser Manager.

00:12:30: Jedenfalls war ich so berührt ermutigt, ihm einfach ein Brief zu schreiben.

00:12:36: Und ich habe den ganz persönlich geschrieben und bin auch zur Post gegangen selber und hab den hingebracht.

00:12:43: wirklich was sonst...

00:12:43: Die Brittaume noch gefüttert worden?

00:12:45: Ich hoffe sie gefüttern weil ich gedacht habe nein das braucht besondere Energie!

00:12:48: Das brauchen wir uns mal nicht meine Kollegin machen sondern das machst du selbst.

00:12:52: Und ein paar Tage später, ich war gerade bei meinen Eltern zu Besuch klingelte das Telefon und der Herr Wolfgang Krupp war dran Und das war so intensiv und zu herzlich, und so echt.

00:13:08: Auch in seiner ganzen Art und Weise.

00:13:11: Ja er sagte Frau Dr.

00:13:13: Ozig Scharf Sie können alles so schreiben.

00:13:16: ich mag zwar nicht und ich arbeite zwar nicht als Berater oder bin auch ein bisschen zwiegespalten mit aber was sie sonst geschrieben haben ist alles richtig außer der Termin war nicht am Sonntag sondern am Samstag.

00:13:29: dann habe ich gesagt aber das korrigiere.

00:13:31: Er hat sehr meine Arbeit geschätzt.

00:13:34: Ich glaube, er hat gute Erfahrungen gemacht damit inzwischen und wir haben beide das gleiche Ziel dass so etwas mit Managern nie wieder passieren darf und das war glaub ich auch seine Intention an Unterstützung und weswegen er nach außen geht und da haben wir was gemeinsam ist.

00:13:48: Wir haben uns dann später nochmal gesehen in Frankfurt und haben uns noch mal austauschen können und ich bin da sehr dankbar dass er die Idee dahinter, dass man zu sich selbst stehen darf.

00:13:58: Dass man auch Schwächen haben darf – auch mal Tiefpunkte und dass man sich anlehnen und Hilfe holen darf.

00:14:03: Und ein Bewusstsein einem hilft auch dafür, sich selbst zu regulieren, dass er das sehr unterstützt.

00:14:09: Da bin ich sehr dankbar!

00:14:25: Zurück zur Szene zum Fall.

00:14:28: Und wenn du magst, führe ein leises Verzeichnis deiner Lebensprofessor nicht öffentlich – nur für dich!

00:14:36: Wenn du aus einem Fehler oder einem Feedback etwas Wahres gezogen hast, schreib den einen Satz auf, den du daraus gelernt hast.

00:14:45: Mit der Zeit entsteht daraus etwas Erstaunliches ….

00:14:48: kein Sündenregister sondern ein Korrikulum sagt man… Der Lehrplan deiner eigenen Ausbildung durchs Leben.

00:14:56: Und an schweren Tagen kannst du darin blättern und sehen, ich habe aus dem was schief ging tatsächlich etwas gemacht.

00:15:06: Das ist keine Selbstgeiselung das ist Selbstachtung.

00:15:11: Glückwunsch dazu.

00:15:15: Merfensache Führung weniger Maske mehr Führungen.

00:15:22: Jetzt Nervensacheführung online bestellen oder direkt über Anjas Homepage.

00:15:27: Einfach mal in die Shownotes schauen, da haben wir die Infos für euch zusammengestellt.

00:15:31: Viel Spaß beim Lesen!

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