03 | Sicherheit zuerst

Shownotes

Ein Teammitglied verstummt mitten im Satz. Niemand merkt, warum. Diese Folge handelt davon, dass psychologische Sicherheit kein weiches Extra ist, sondern die nervensystemische Bedingung dafür, dass überhaupt gedacht wird.

In dieser Folge • Warum ein unsicherer Mensch nicht dümmer, sondern beschäftigter ist • Neurozeption: wie dein System Sicherheit prüft, bevor du es merkst • Warum Führungskräfte der wahrscheinlichste Auslöser von Unsicherheit sind • Das erste Signal, das du beim Betreten eines Raums setzt

Dein Impuls für diese Woche Achte in der nächsten Besprechung auf die ersten dreißig Sekunden, bevor der erste Tagesordnungspunkt kommt. Was sendest du in dieser Zeit? Und was würdest du gern senden?

Der Satz, der bleibt Niemand denkt frei, dessen Körper sich verteidigt.

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00:00:00: Niemand denkt frei, dessen Körper sich verteidigt.

00:00:34: besprechen wir, warum ein unsicherer Mensch nicht dümmer ist sondern beschäftigter und zwar mit sich selbst.

00:00:40: Warum Neurozeption wie dein System Sicherheit prüft bevor du es merkst?

00:00:46: Und warum Führungskräfte der wahrscheinlichste Auslöser von Unsicherheit sind oder auch Kollegen?

00:00:53: Ich spreche davon Nervensovereinität um die es geht, die wir trainieren können.

00:00:59: Dieser Begriff ist ganz neu.

00:01:01: den habe ich selbst kreiert für diesen Zustand weil ich selber weiß, wie wirkungsvoll im positiven und negativen Sinne auch Haltungsweisen von Kollegen sein können.

00:01:14: Und die hochsensitiven Menschen, die sehr kreativ oft sein können, die auch eine Sensibilität in ihrem Körper spüren, spülen Räume natürlich.

00:01:26: Ich erinnere mich an ein Teammitglied.

00:01:28: Jemand erklärt da eine Idee.

00:01:31: Diese Dame, eine Mitarbeiterin erklärte etwas zögerlich.

00:01:35: Man hörte auch dass es ihr Mut gekostet hat überhaupt anzufangen in der Gruppe was zu sagen.

00:01:45: Dann viel eine Bemerkung.

00:01:47: sie war nicht böse gemeint vielleicht war ein bisschen ironisch und sarkastisch.

00:01:51: Jemand anderes sagte dann so ja ja hatten wir schon und nächster rollte kurz mit den Augen und dieser Mensch der einen ganz wichtigen Impuls sagen wollte verstummte.

00:02:03: Der Satz brach ab, die Schulter gingen Zentimeter nach innen.

00:02:07: Ein kleines höfliches vielleicht kennt ihr es auch?

00:02:09: Ach ja egal macht ja nichts und von außen ist nichts passiert war ja nix kein Streit kein lautes Wort.

00:02:18: niemand würde später sagen Es sei etwas vorgefallen Und trotzdem ist gerade etwas kaputt gegangen dass du In dieser Sitzung in diesem Team Meeting nicht mehr zurückbekommst.

00:02:30: der Mensch Die Mitarbeiterin wird sich heute nicht mehr melden.

00:02:35: Und beim nächsten Mal wird sie überlegen, ob sie überhaupt etwas sagt?

00:02:39: Das Traurige daran – vielleicht war es die beste Idee im Raum!

00:02:43: Du wirst es nie

00:02:44: erfahren.".

00:02:48: Die Resonanz

00:02:50: Wir tun oft so als wäre Sicherheit im Team eine nette Zugabe.

00:02:54: Etwas für gute Zeiten, so für Workshops, für das Werteposter an der Wand… Ein Softthema dass man macht wenn gerade Zeit ist.

00:03:03: Aber in Wahrheit ist, Sicherheit ist die Bedingung dafür.

00:03:07: Das überhaupt gedacht wird!

00:03:09: Sie isst kein Soft-Skill.

00:03:11: Sie ißt die Grundlage von allem was danach kommt.

00:03:15: Dass ein Mensch der sich unsicher fühlt... Der denkt nicht schlechter weil er dumm ist.

00:03:21: Er denkt schlechter, weil sein Körper gerade mit etwas anderem beschäftigt ist.

00:03:25: Mit Schutz und einen Kopf.

00:03:27: Der schützt hat keine Kapazität mehr für Mut keine mehr für Widerspruch, keine für halbe unfertige Ideen aus der vielleicht eine ganze werden könnte.

00:03:37: Die Energie die eigentlich ins Denken gehen würde geht ins sichern.

00:03:45: Kopfsache Stress Facts Eine erstaunliche Studie Die Wissenschaft hat eine Untersuchung aufgestellt bei der Nervenzellen im Labor künstlich nachgebaut wurden eben eine Art Mininervensystem aus der Petrischale.

00:04:00: Das Ergebnis?

00:04:01: Dauerhafter Kontakt mit dem Stresshormon Cortisol stört messbar die Kommunikation zwischen den Nervenzellen und schädigt die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu bilden und zu lernen.

00:04:12: Im Grunde simuliert das im Labor genau das was wir aus dem echten Leben kennen.

00:04:17: Dauerstress lässt uns vergesslicher und geistig langsamer werden!

00:04:24: Bayer Consumer Health, eine Studie veröffentlicht in Biomedicine and Pharmacology.

00:04:29: Berichtet in Moby Health News am der Kehrzehnteinzehnten Vierundzwanzig aus dem englischen Frei übersetzt von

00:04:36: uns.

00:04:39: und das erklärt auch warum solche Blockaden unwahrscheinlich viel Geld kosten.

00:04:46: weil wenn ein Mitarbeiter den so einer Verantwortung ist ja der Spezialist für diese Arbeitsaufgaben nicht spricht sich nicht verbinden kann mit anderen kann dieses Wissen Nicht ihr Schöpft und eingebracht werden.

00:04:58: Und das ist der Grund auch, warum die klügsten Teams nicht die mit den klügesten Köpfen sind sondern diejenigen in denen die klugen Köpfe sich trauen miteinander zu reden.

00:05:11: Du kannst dir begabtesten Menschen versammeln und wenn der Raum unsicher ist bekommst du von ihnen die vorsichtigste Die angepasste Version ihrer selbst.

00:05:23: Du bezahlst Zvagenese und bekommst brave Mitarbeiter.

00:05:27: Und sie halten was zurück, etwas, was dem Team, was den Unternehmen unwahrscheinlich nutzen könnte.

00:05:36: Ich erlebe es immer wieder!

00:05:38: Noch etwas kommt dazu das oft übersehen wird – als Führungskraft bist du der wahrscheinlichste Auslöser für Unsicherheit ganz ohne Absicht.

00:05:47: Vor allen Dingen schon gar nicht böse.

00:05:50: Deine Position gibt jedem Deiner Signale mehr Gewicht.

00:05:54: Ein flüchtiges Stirnrünzeln von dir, wiegt schwerer als ein ganzes Lob von einem Kollegen!

00:06:01: Wir sagen sowieso eine Kritik braucht mindestens fünf Mal wieder einen Lob um es auszugleichen.

00:06:08: Das ist keine Schuld das ist für Sieg der Hierarchie aber es bedeutet dass du besonders bewusst mit deinen kleinen Signalen umgehen darfst.

00:06:17: und die beiden Geschäftsführer die erlebe ich immer wieder der eine, der seine fein Signale sehr gut steuern kann direkt im Blickkontakt ist in seinen Gesten.

00:06:29: Manchmal viel leiser sogar und viel weniger in dem was er sagt und der andere angespannt viele Gesten manchmal starr im Blick.

00:06:39: Kontakt den die Menschen nicht so folgen.

00:06:43: Und wenn wir Mitarbeiter erreichen wollen Wenn wir Visionen mit ihnen entwickeln wollen, wenn wir Konflikte klären Dann bedeutet es, psychologische Sicherheit zuerst und zwar zuerst bei uns.

00:06:57: Und das ist kein Soft-Skill!

00:06:59: Es ist eine nervensystemische Tatsache.

00:07:02: Sicherheit ist also nicht Weichheit – sie ist Voraussetzung für Leistung.

00:07:09: Die härteste, ergebnisorientierteste Sache die du für dein Team tun kannst isst es sicher genug zu machen dass es wirklich denkt Mitdenkt, und zwar gemeinsam.

00:07:21: Und selbst wenn der Gedanke erst halb fertig ist aber er wird kompliziert durch die Gedanken von den anderen und gemeinsam könnt ihr das bestmöglich erreichen.

00:07:33: Das Wissen leiser

00:07:38: Ihr wisst ja schon manches wissen es sehr leise und trotzdem wirkungsvoll manchmal sogar deswegen Leises Wissen dazu.

00:07:47: Steven Porges hat ein Wort geprägt dass ich sehr hilfreich finde.

00:07:52: Ich nannte es schon, es ist die Neurozeption.

00:07:55: Die Fähigkeit deines Nervensystems ohne deinem Bewusstes zu tun ständig zu prüfen – ob eine Situation sicher ist oder nicht?

00:08:04: Wir gehen in einen Raum und prüffen!

00:08:07: Wir gehen an ein Meeting und wir prüifen sicher oder

00:08:09: nicht?!

00:08:10: Das läuft unter der Bewusstseinsschwelle blitzschnell an Gesichtern, an Stimmlagen, an winzigen Signalen, die keiner von uns bewusst wahrnimmt.

00:08:20: Und trotzdem alle senden wir sie und alle empfangen wir sie.

00:08:24: Deshalb sollte es uns bewusster werden!

00:08:26: Wichtig ist, neue Rezeption ist nicht dasselbe wie Wahrnehmung.

00:08:31: Du entscheidest nicht ob du dich sicher fühlst.

00:08:35: Das entscheidet dein System In Millisekunden bevor der denkende Teil überhaupt eine Chance hat.

00:08:42: Deshalb kannst du dir nicht einfach vornehmen dich sicher zu fühlen und deine Leute können das auch nicht.

00:08:49: Sicherheit lässt sich nicht befehlen, sie lässt sich nur ermöglichen.

00:08:55: Und zwar von dir auch selbst in dir!

00:08:57: Wenn die Neurozeption Gefahr meldet und sei es noch so klein und sozial geht der Mensch ins Schutz.

00:09:05: Nichtsichtbar dramatisch – ich sprach schon von der Maske – oft nur indem er einen Gedanken zurückhält.

00:09:13: Sich lieber nicht melden, zustimmen statt zu widersprechen vielleicht nach dem Meeting im Flur sagen, was man im Meeting gedacht hat.

00:09:22: Genau das kostet dich die besten Beiträge ohne dass du es je erfährst, dass es sie gab.

00:09:29: Der Schaden ist unsichtbar und deshalb so leicht zu übersehen – und glaub mir ich weiß wovon ich spreche!

00:09:35: Ich fasse das für mich in einem Satz der ein Prinzip in meiner ganzen Arbeit ist.

00:09:41: Erst fühlen dann binden.

00:09:44: Erst muss das System eines Menschen spüren Dass er hier sicher ist, dann erst öffnet er sich.

00:09:51: Dann erst folgt das, dass er mitdenkt, dass es sein Bestes gibt.

00:09:57: in dieser Reihenfolge nie andersrum.

00:10:00: Erst sicher fühlen, dann binden.

00:10:03: Vertrauen ist kein Ergebnis guter Argumente.

00:10:07: Es ist ein körperlicher Zustand der vor den Argumenten kommt und über sie entscheidet.

00:10:15: Der Impuls

00:10:18: Beim nächsten Betreten eines Raums auf das allererste Signal, dass du sendest.

00:10:24: Nicht auf dein ersten Satz!

00:10:26: Auf das was davor kommt Dein Gesicht an der Tür.

00:10:31: Dein Tempo Ob Du schon beim Reinkommen im nächsten Thema bist Den Kopf noch im letzten Gespräch?

00:10:39: Oder ob Du kurz wirklich ankommst und die Menschen siehst Jeden von ihnen einzeln.

00:10:47: setze ein bewusstes erstes Signal von Sicherheit.

00:10:51: Das kann ein ruhiger Blick sein, der kurz jeden Einzelnen erfasst – ein warmer einfacher Satz!

00:11:00: Eine Sekunde in der du nicht sofort lieferst und forderst sondern erst einfach da bist, ankommst.

00:11:08: Menschen lesen diese erste Sekunde genauer als dir lieb ist Und ihr System entscheidet daran ob sie sich heute trauen oder eher nicht.

00:11:22: Zurück zur Szene zum Fall!

00:11:25: Und wenn du einen Schritt weitergehen willst, dann beobachte in der nächsten Sitzung nur eine Sache.

00:11:31: Nämlich

00:11:32: z.B.,

00:11:33: ob die Kollegin verstummt.

00:11:35: Wer fängt an und hört auf?

00:11:38: Wer sagt, ach egal.

00:11:41: Sag nichts dazu im Moment, greif nicht ein – merk es dir nur.

00:11:46: Und danach unter vier Augen gibt dieser Person den Raum zurück.

00:11:51: Ein einfaches, du hattest vorhin etwas angefangen.

00:11:55: Das würde mich noch interessieren!

00:11:57: Nicht stellt Sicherheit schneller her als wieder das Gefühl dass jemand gemerkt hat dass man verstummt ist und einen zurückgeholt hat.

00:12:09: also tue es.

00:12:13: der Ausblick

00:12:15: ja.

00:12:15: wir haben ja gesprochen von unserer Wirksamkeit als Führungskräfte oder auch Kollege und Kollegen Und in der nächsten Folge geht es um das Thema Co-Regulation.

00:12:26: Du selber bist also das Nervensystem im Raum und dein Zustand wird zum Zustand der anderen, ob du willst oder nicht.

00:12:34: Wie wir das gestalten können?

00:12:36: Das erzähle ich euch in der nächste Folge!

00:12:49: Es ist so weit, Anja hat ein Buch geschrieben.

00:12:51: Ab dem sechsten, zehnten, sechsundzwanzig ist das bei euch.

00:12:54: alle Infos in den Shownotes.

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